Aktuelles aus dem SKJ e. V.

Die externe Evaluation unserer Familientrainingsgruppe durch Prof. Reinhold Schone von der Fachhochschule Münster wurde abgeschlossen

Mit der Realisierung unserer Familientrainingsgruppe im Juni 2014 hat sich der
SKJ e.V. aufgrund der Innovation dieses Projektes auf fachliches Neuland begeben.
Trotz zahlreicher positiver Rückmeldungen von Eltern und Kindern einerseits und
von den Fachkräften verschiedener Jugendämter andererseits hat sich der
SKJ e.V. entschlossen, sich einer externen Evaluation zu unterziehen.

Durch die Anfrage beim Referat Weiterbildung des Fachbereichs Sozialwesen der
Fachhochschule Münster konnten Prof. Dr. Reinold Schone gemeinsam mit Herrn
Jens Raschdorf, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter aus dem Masterstudiengang
„Konzeptentwicklung in der Jugendhilfe“ , dafür gewonnen werden, in der Zeit vom
01.10.2018 bis zum 28.02.2019 die Evaluation zu konzipieren. Ziel ist eine
Programmevaluation der Familientrainingsgruppe und somit als ein externer Beitrag
zur Qualitätssicherung und als ein Anstoß zur (internen) Qualitätsentwicklung des
Projektes zu verstehen. Dadurch wäre sie in die Schaffung von Entscheidungs-
grundlagen über die Fortführung und gegebenenfalls mögliche konzeptionelle
Veränderungen eingebunden. Da es sich eher um eine formative Evaluation handelt,
können aus dieser Steuerungsempfehlungen für die weitere Praxis abgeleitet
werden.

Mit Spannung und Neugier wurden die Ergebnisse der Evaluation auf
Trägerseite erwartet, welche im Rahmen eines Gesamtteams durch
Herrn Jens Raschdorf am 14.05.2019 anhand einer ausführlichen
Präsentation dargestellt wurden, wobei zur Freude des SKJ e.V.
Frau Brandl-Quilitz vom Team Steuerung und Service mit dem
Aufgabenschwerpunkt Rückführungs- und Beendigungsmanagement
ebenfalls an der Präsentation teilnehmen konnte.

Da nicht alle Ergebnisse detailliert aufgeführt werden können, zitieren wir an
dieser Stelle aus dem Fazit des abschließenden Evaluationsberichtes und
laden Sie herzlich dazu ein, bei Interesse genauer im kompletten Evaluations-
bericht zu stöbern, den Sie auf der Homepage der Familientrainingsgruppe
unter Downloads finden.

„Die Evaluation kommt in ihrer Gesamtheit zu dem Ergebnis, dass es eine
hohe
Zustimmung und Akzeptanz auf Seiten aller befragten Akteure (Eltern,
Kinder, BSD, Teammitglieder) zu diesem Angebot gibt. (…)Es lässt sich
abschließend festhalten: Mit dem Konzept der Familientrainingsgruppe
befindet sich der SKJ e.V. mit einigen wenigen anderen Trägern in Deutschland
an einer exponiert innovativen Stelle.
Zwei zentrale Aspekte scheinen auf:
1. Die Familientrainingsgruppe erhält langfristige Chancen darauf, dass
Kinder bei ihren Eltern bleiben können. Die ansonsten bei Kindern
unumgängliche Traumatisierung durch die Trennung von den Eltern wird
vermieden und selbst, wenn es sich in der Familientrainingsgruppe zeigt,
dass Kinder nicht bei ihren Eltern bleiben können, findet eine systematische
Trennungsvorbereitung und Bearbeitung statt, die die Erfolgswahrscheinlichkeit
der dann nachfolgenden Fremdunterbringung sicher deutlich erhöht.
2. Von Seiten der Fachkräfte der Jugendämter wird daneben auch noch auf
einen fiskalischen Aspekt hingewiesen. Die aktuell imVergleich zu einer
Heimerziehung höheren Kosten – so dieThese der dortigen Fachkräfte -
rechnen sich immer, wenn es dadurch gelingt, Familien wieder
„in die Spur zu bekommen“ und man auf diese Weise eine zwar billigere
aber dauerhafte Unterbringung, die im Endeffekt deutlich mehr kosten würde,
zu vermeiden. Die Familientrainingsgruppe schließt eine Lücke im System
der Hilfen zur Erziehung zwischen ambulanten Settings und einer - wie sich
in der Praxis der Familientrainingsgruppe zeigt – vermeidbaren Trennung von Eltern
und Kindern. Das ist kurzfristig mit einem erhöhten Arbeitsaufwand verbunden, langfristig

werden hierdurch aber Chancen eröffnet, die das sonstige Hilfesystem in dieser Weise
so nicht bereit hält.“

Quelle: Evaluation der Familientrainingsgruppe zur Rückführung und Reintegration in den elterlichen Haushalt, S. 67